DGSA Blog

Willkommen auf dem Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA).

Über die DGSA

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) wurde im Jahre 1989 gegründet. Sie widmet sich der Förderung der Disziplin und Profession Sozialer Arbeit und entfaltet dafür eine Reihe von Aktivitäten in Forschung, Theorie und Lehre. Zur Webseite der DGSA.

Personen aus der DGSA sowie Gastautor*innen beschreiben, kommentieren, analysieren und erklären aktuelle Ereignisse aus der Perspektive der Sozialen Arbeit. Für den Inhalt sind die jeweiligen Autorinnen und Autoren verantwortlich.

Wir freuen uns über regen Austausch und Diskussionen!

  • Kinderschutz oder Kontrollpolitik? Warum die Bundesregierung einen neuen Verdachtsraum für arme Familien eröffnet

    Nikolaus Meyer Ein neuer Anlass für Kinderschutz? Die Bundesregierung verschiebt eine Grenze Wenn Eltern dreimal einen Termin im Jobcenter versäumen, soll das Jugendamt informiert werden, weil „der Kinderschutz zu gewährleisten“ sei – so formuliert es die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Heidi Reichinnek (Die Linke). Diese Verbindung zwischen einem administrativen Meldeverstoß und einem möglichen Kinderschutzfall hat es in Deutschland bislang nicht gegeben. Was wie eine nüchterne Verwaltungsauskunft aussieht, markiert bei genauer Betrachtung eine weitreichende Verschiebung: Eine rein verwaltungsrechtliche Pflichtverletzung wird in die Nähe einer potenziellen Kindeswohlgefährdung gerückt, und zwar ausschließlich bei Familien im Bürgergeldbezug. Je genauer…

    Weiterlesen

    5–8 Minuten
  • (Nicht nur) Hochschule heute – Auf Geist(er)suche

    Eine persönliche Einlassung, Teil 2 Michael Domes  „Wir sind Menschen, bevor wir Wissenschaftler sind, und bleiben es, auch nachdem wir eine Menge vergessen haben.“[i]  „Kein Mitlaufen Kein Es-geht-halt-nicht-anders Das war schon immer so Einreihen ausführen Die Vorgaben von Anderen Viel-mehr Wildes Denken Durchs bunte Dickicht des Lebens Ohne Flurbereinigung“[ii] Oft braucht es ja einen Anlass, etwas zu tun (wobei einfach so auch durchaus schön wäre und wertvoll sein kann). Mein offensichtlicher Auslöser, diesen Blogbeitrag zu schreiben und damit an meinen ersten Beitrag[iii] aus dem letzten Jahr anzuschließen, waren zwei Essays: Alle sind so müde von Mareen Linnartz[iv] und Künstliche Intelligenz…

    Weiterlesen

    6–9 Minuten
  • Genderstern und Veggie-Schnitzel: was hat das eine mit dem anderen zu tun?

    Lotte Rose Seit einiger Zeit tobt ein Kulturkampf zur gendergerechten Sprache. Die Versuche, Geschlechterrealitäten jenseits der binären Matrix von Frau-Mann sprachlich zum Ausdruck zu bringen, sorgen für Empörung. Da ist von ‚Genderismus‘ und ‚Missachtung deutscher Sprachregeln‘ die Rede. Man sorgt sich um Kinder und Menschen mit anderen Muttersprachen, denen so das Erlernen des Deutschen erschwert wird. Oder es wird darauf verwiesen, dass doch im sprachlichen Maskulinum immer schon Frauen selbstverständlich mitgemeint waren. Und was natürlich ganz schwer wiegt: Die Bevölkerung will das alles doch gar nicht. Schließlich belegen Befragungen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung Genderstern und andere Bezeichnungsvarianten ablehnt.…

    Weiterlesen

    4–5 Minuten
  • Verhältnisse zwischen Sexualität und Sozialer Arbeit

    Margrit Brückner         Sexualität im Sinne einer libidinös besetzten leiblichen Anziehungskraft ist ein zentraler Aspekt menschlichen Lebens, der in der Sozialen Arbeit jedoch oft nur im Kontext von Schutz und Gewalt thematisiert wird. Historisch war die Profession vor allem mit der Kontrolle und Regulierung von Sexualität beschäftigt, insbesondere in Bezug auf Frauen und Mädchen. So setzte sich Berta Pappenheim, eine Pionierin der Sozialen Arbeit, Anfang des 20. Jahrhunderts für den Schutz junger Frauen ein, gleichzeitig kritisierte sie die bürgerliche Doppelmoral scharf, die Frauen kein Recht auf den eigenen Körper zugestand, Männern hingegen sexuelle Inbesitznahme von Frauen ermöglichte. In der Geschichte…

    Weiterlesen

    4–5 Minuten
  • Über das Zerbrechen der Menschlichkeit an der polnisch-belarusischen Grenze

    Anna Kasten An der polnisch-belarusischen Grenze manifestiert sich das systematische Zerbrechen von Menschlichkeit – ein Prozess, den ich anhand vier ineinandergreifender Praktiken diskutiere: der Deutungskämpfe, des Mauerbaus, der Kriminalisierung humanitärer Hilfe und der Aussetzung des Asylrechts. Mit Rückgriff auf Hannah Arendt und Judith Butler verstehe ich Menschlichkeit als Ausdruck solidarischen Handelns im Zusammenhang mit globaler Verantwortung. Und damit auch als eine der zentralen Aufgaben und Grundhaltungen Sozialer Arbeit. Die Analyse zeigt, wie politische Narrative, physische Grenzinfrastruktur, staatliche Repressionen und rechtliche Maßnahmen zusammenspielen, um Geflüchteten ihre Würde zu entziehen. Diese Vorgänge sind keine isolierten Erscheinungen, sondern Ausdruck einer politischen Matrix, die Menschlichkeit…

    Weiterlesen

    8–12 Minuten
  • Die Asylrechtsdebatte verschärft sich, demokratische Werte geraten unter Druck – eine Zerreißprobe für die Soziale Arbeit?

    Ein persönlicher Blick auf den Fachtag „Soziale Exklusion, Schutzbedürftigkeit und Asylrechtsverschärfungen“ und die Frage, die uns in der Sozialen Arbeit umtreibt: Wo gehen wir eigentlich hin? Am 25. September 2025 war es nach langen gemeinsamen Vorbereitungen so weit: Die Fachgruppe Migraas (DGSA) hat in Kooperation mit dem Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS) zum Fachtag geladen. Der Titel „Soziale Exklusion, Schutzbedürftigkeit und Asylrechtsverschärfungen – Quo vadis Soziale Arbeit?“ traf einen Nerv, das war sofort spürbar. Der Saal war gefüllt mit Menschen aus der Praxis, der Wissenschaft, dem Aktivismus und der Politik – eine Mischung, die an diesem Tag…

    Weiterlesen

    3–5 Minuten
  • Raumgreifende autoritäre Entwicklungen: Womit sich die Soziale Arbeit jetzt auseinandersetzen muss

    Der Vorstand der DGSA Wie polarisierte gesellschaftliche Konfliktfelder die Soziale Arbeit herausfordern Ob Bürgergelddebatte, eine allgemeine Kriminalisierung von Protesten für Klimaschutz, Demokratie, das Recht auf Asyl, gegen Rechtsextremismus u. v. m., Angriffe auf das Selbstbestimmungsgesetz oder die Verleumdung akademischer Fächer: Autoritäre Entwicklungen betreffen die Soziale Arbeit in ihren Handlungsfeldern als Profession genauso wie als Disziplin. Die Arenen, an denen sich gesellschaftliche Polarisierungen verdichten – u. a. Armut und Reichtum, Migration, Diversität und Gender sowie Klimaschutz – sind zentral für die Soziale Arbeit. Populistische Forderungen nach einem Rückbau von Integrations- oder sozialen Bildungsmaßnahmen stellen fachlich fundierte Hilfeangebote grundsätzlich in Frage. Gleichzeitig…

    Weiterlesen

    2–3 Minuten
  • Support Structures in Higher Education: Hochschulsozialarbeit als Ressource für akademisches Gelingen

    Vorstellung eines jungen Arbeitsfeldes in der Sozialen Arbeit im tertiären Bildungsbereich – von Cordula Borbe und Ines Jahne. Psychische Gesundheit von Studierenden Studierende stehen im Verlauf ihres Hochschulstudiums zunehmend komplexeren Herausforderungen gegenüber. Diese gehen meist über akademische Anforderungen weit hinaus, z.B. soziale, psychische oder finanzielle Problemlagen. Laut 22. Sozialerhebung im Jahr 2021 ist etwa jede:r sechste Studierende (16 Prozent) von mindestens einer Diagnose im Bereich psychischer Störung betroffen (vgl. Kroher et al. 2023, S. 42). Dieser Anteil lag 2016 noch bei elf Prozent (vgl. Middendorff et al. 2017, S. 12). Als häufige psychische Störungen unter Studierenden sind Depressionen und Angststörungen…

    Weiterlesen

    4–5 Minuten
  • Intersektionalität, Heteronormativitätskritik, Professionalität – Feministische Positionierungen in der Sozialen Arbeit

    Rückblick auf die erste Sektionstagung „Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit“ an der EAH Jena Am 9. und 10. Mai 2025 fand an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena die erste Fachtagung der Sektion „Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit“ der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) statt. Unter dem Titel „Intersektionalität, Heteronormativitätskritik, Professionalität – Feministische Positionierungen in der Sozialen Arbeit“ kamen über 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Studium zusammen, um aktuelle Diskurse zu reflektieren und neue Impulse für eine politisch positionierte Soziale Arbeit zu setzen. In ihrer Begrüßung hoben Monique Ritter (Hochschule Landshut), Jan Wienforth (Hochschule München)…

    Weiterlesen

    ,
    2–3 Minuten
  • Deutscher Diversity-Tag 2025: Diversity-Orientierung als Fassadenarbeit oder mit Haltung?

    Neugegründete DGSA-Fachgruppe fokussiert Diversity- und Intersektionalitätsansätze in Theorie, Forschung und Praxis — von den Gründungspersonen der DGSA-Fachgruppe „Diversität und Intersektionalität“. Am 27. Mai 2025 findet der Deutsche Diversity-Tag zum 13. Mal statt – in diesem Jahr unter dem Motto „Wenn Vielfalt gewinnt, gewinnt Deutschland“. Initiiert wurde der Aktionstag vom Verein Charta der Vielfalt, der sich als größte deutsche Initiative zur Förderung von Diversität in der Arbeitswelt versteht. Über 6.400 Unternehmen, Hochschulen und andere Institutionen haben die Charta bislang unterzeichnet und sich damit zur Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt verpflichtet. Gleichzeitig versteht sich die Initiative als Agenda-Setter für Diversity-Management in…

    Weiterlesen

    ,
    4–7 Minuten
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung im Studium der Sozialen Arbeit

    Reflexionen entlang einer experimentellen Segel-Exkursion — von Thomas Markert und Christine Krüger. Der Diskurs über die Verbindung von Nachhaltigkeit und Sozialer Arbeit ist lebendig und vielfältig, wie die Aktivitäten der DGSA-Fachgruppe Sozialökologische Transformation und Klimagerechtigkeit sowie mittlerweile zahlreiche einschlägige Publikationen eindrucksvoll zeigen. Darin findet sich umfangreich ein Plädoyer für eine Orientierung an starker Nachhaltigkeit. Gemeint ist damit, dass ökonomische, kulturelle und soziale Entwicklungen in der Gesellschaft grundsätzlich hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen und das Klima zu prüfen sind. Ein diesbezüglicher Ressourcenverbrauch kann nicht mit den Effekten in den anderen Bereichen kompensiert werden. Erst kürzlich wies Johannes Verch darauf…

    Weiterlesen

    7–11 Minuten
  • Ricarda Lang hat abgenommen – was geht’s Soziale Arbeit an?

    Von Judith Pape und Lotte Rose — Ricarda Lang, ehemalige Parteivorsitzende der Grünen, hat als Dicke viele Jahre feindselige Häme im Netz erfahren, sich jedoch immer offensiv dagegen verwehrt, weil sie das Gefühl hatte, „das betrifft viele Frauen, aber niemand redet darüber. Dadurch denkt jede, ich bin selbst schuld, weil ich aussehe wie ich aussehe, deshalb kriege ich den ganzen Scheiß ab.“[1] Nun hat Ricarda Lang abgenommen – und hat immer noch keine Ruhe. Das Zeit-Magazin 4/2025 hat sie zu ihrer Körperveränderung interviewt. Zu lesen ist die persönliche Erzählung einer Umkehr zum Guten im Leben. Als sie erkannt habe, dass…

    Weiterlesen

    ,
    6–9 Minuten
  • Menschenrechtswoche – Diskurse und Perspektiven!

    Ein Kommentar zum Würzburger Weg — von Theresia Wintergerst, Oliver Bertsche und Ralph-Christian Amthor. Wer an Würzburg denkt, verbindet damit nicht selten einen Besuch in der Residenz, dem bekannten UNESCO-Weltkulturerbe, oder eine Besichtigung im Dom St. Kilian und der Festung Marienberg. Oftmals enden (oder beginnen) Besuche in Würzburg mit einem Glas Frankenwein auf der Alten Mainbrücke. Die Stadt ist als Hochschulstandort bei Studierenden beliebt, was nicht zuletzt an den vielen großen und kleineren Festen und Veranstaltungen liegt, beispielsweise dem „Umsonst & Draußen-Festival“, dem „Würzburger Hafensommer“, den vielen Weinfesten im Sommer bis hin zu zahlreichen kulturellen und sozialpolitischen Veranstaltungen über das…

    Weiterlesen

    4–6 Minuten
  • Die Debatte(n) um geschlechtergerechte Sprache

    Von Kerstin Balkow, Ioanna M. Menhard, Monique Ritter und Elke Schimpf — Die Sektion Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit meldet sich auch in diesem Jahr 2024 anlässlich des Aktionstags #4GenderStudies am 18.12.2024 zu Wort. Mit dieser Initiative zeigen wir uns solidarisch mit Kolleg*innen aus der interdisziplinären Geschlechterforschung und machen die Bedeutung und Vielfalt geschlechterbezogener (Handlungs-)Perspektiven innerhalb der Disziplin und Profession Sozialer Arbeit sichtbar. Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir unsere Stellungnahme „Warum wir nicht auf das ‘Gendern mit Sonderzeichen’ verzichten werden!“  veröffentlicht. Darin brachten wir unsere Besorgnis über die öffentlichen Debatten einer Infragestellung der Nutzung…

    Weiterlesen

    , ,
    4–5 Minuten
  • Alles gesagt? Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

    Von Claudia Steckelberg — Eigentlich ist alles gesagt. Vor sechs Tagen hat das Bundeskriminalamt das Lagebild zu geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen veröffentlicht. In 2023 wurden 360 Mädchen und Frauen getötet, weil sie Mädchen und Frauen sind und die Statistik erfasste insgesamt 938 versuchte oder vollendete Tötungsdelikte gegen Mädchen und Frauen. Die Zahlen, die das BKA vorgelegt hat, sind erschütternd, dabei wird davon ausgegangen, dass das Dunkelfeld sehr groß ist, weil die Fälle, von denen die Polizei keine Kenntnis hat, nicht in der Statistik auftauchen (Lagebild zu Straftaten gegen Frauen und Mädchen 2023). Gleichzeitig zeigt die bundesweite Frauenhaus-Statistik, dass die etwa…

    Weiterlesen

    ,
    4–6 Minuten

Wollen Sie Kontakt zur Redaktion von Blog.DGSA.de aufnehmen?