DGSA Blog
Willkommen auf dem Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA).
Über die DGSA
Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) wurde im Jahre 1989 gegründet. Sie widmet sich der Förderung der Disziplin und Profession Sozialer Arbeit und entfaltet dafür eine Reihe von Aktivitäten in Forschung, Theorie und Lehre. Zur Webseite der DGSA.
Personen aus der DGSA sowie Gastautor*innen beschreiben, kommentieren, analysieren und erklären aktuelle Ereignisse aus der Perspektive der Sozialen Arbeit. Für den Inhalt sind die jeweiligen Autorinnen und Autoren verantwortlich.
Wir freuen uns über regen Austausch und Diskussionen!
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Gewalt gegen Frauen – Istanbul-Konvention und Folgerungen für die Soziale Arbeit
Seit dem 1.2.2018 gelten neue Rechtsgrundlagen für Gewalt gegen Frauen. Häusliche Gewalt ist damit endgültig keine Privatsache mehr, sondern dem Staat kommt eine Schutzpflicht gegenüber gewaltbetroffenen Frauen zu. Für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit bedeutet dies, staatliche Stellen auf bestehende Unterversorgung aufmerksam zu machen und den notwendigen Ausbau an Schutzräumen und Beratungsstellen voranzutreiben und fachlich auszugestalten. Drei Botschaften lassen sich m.E. aus dieser Neuregelung ziehen. 1.) Die Istanbul-Konvention ist ein großer Erfolg der internationalen Frauenbewegung im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Es war ein langer Weg, der in den 1970er Jahren mit der Enttabuisierung häuslicher Gewalt begann und mittlerweile als…
3–5 Minuten -

Stellungnahme Fachgruppe Gender der DGSA: Gender Studies – unverzichtbar in der Wissenschaft Sozialer Arbeit
Heute, am 18.12.2018, findet bundesweit der Wissenschaftstag Geschlechterforschung statt. Wissenschaftler_innen aller Disziplinen, die Gender Studies betreiben, beteiligen sich. Die Fachgruppe Gender der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) schließt sich dieser Aktion an. Seit 2000 existiert unser bundesweiter Zusammenschluss von Genderforscher_innen in der Sozialen Arbeit. Wir verstehen uns als offenes Forum für Fachkolleg_innen aus Hochschulen sowie Fortbildungs- und Praxisinstitutionen der Sozialen Arbeit, die an der Weiterentwicklung von Genderfragen in Lehre, Praxis und Forschung der Sozialen Arbeit interessiert sind. Seit mehreren Jahren häufen sich Diffamierungen, Unterstellungen und Falschinformationen zu den Gender Studies. Dabei werden Forschungsgegenstände der Gender Studies auf Themenfelder wie…
4–6 Minuten -

Soziale Überwachung und Kategorisierung zur Förderung des Gemeinwohls?
China plant ein flächendeckendes Sozialkreditsystem bis 2020 Um was geht es? China hat seit 2014 in zahlreichen Städten ein Sozialkreditsystem für alle Bürger_innen eingeführt. Ziel ist es, bis 2020 dies flächendeckend auf ganz China und damit die gesamte Bevölkerung ausgeweitet zu haben. Soziales Verhalten, das dem Gemeinwohl nutzt, wird belohnt. Sozial nicht-akzeptables Verhalten wird sanktioniert. So startet man mit einem Basiswert von 1000 Punkten und dann gibt es je nach Verhalten Bonus- oder Maluspunkte. Dies mündet in eine Kategorisierung analog unserer Einstufung des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten: A++ für die beste Einstufung, D für die schlechteste (weniger als 599 Punkte). Positiv…
5–7 Minuten -

Social Media und das Engagement von rechts
Die Anhänger_innen der AfD und Donald Trump haben vermutlich vieles gemeinsam. Sie könnten sich wohl mit gegenseitiger Zustimmung über Migration beziehungsweise über deren Verhinderung austauschen. Auch in Fragen des Nationalstolzes würden sie, sehr wohl erst einmal für das eigene Land, ins Schwärmen geraten, um dann wieder auf einen Nenner zu kommen, wenn es um die Frage geht, wer ihren Stolz gefährdet. Blicke ich auf die bisherige Amtszeit von Donald Trump und auf die vergangene Bundestagswahl und die Reaktionen bei Twitter und Co. fällt mir eines auf: der ähnliche Umgang mit den sozialen Medien. Trump, der die US-amerikanische Presselandschaft flächendeckend in…
2–3 Minuten -

‚Refugee’ oder ‚Asylum Seeker’ – Zweiklassenbehandlung in Australiens Umgang mit Geflohenen
Vor einigen Tagen sprach ich mit einer Mitarbeiterin eines der ‚migrant resource centres’ in Sydney. Ich bin seit einigen Wochen im Rahmen meines Forschungssemesters hier und beschäftige mich mit Sozialer Arbeit, insbesondere im Umgang mit Geflohenen. Von dieser Mitarbeiterin ließ ich mich im Community Centre herumführen: mindestens 20 Mitarbeiter_innen, sehr viele Projekte mit spezieller Ausrichtung, bspw. im Bereich Arbeitsvermittlung, Jugendliche, häusliche Gewalt. Später erklärte sie mir das ‚australische Modell’ in der Sozialen Arbeit mit Geflohenen: Zunächst – das heißt in den ersten sechs Monaten nach Ankunft – so beschrieb sie, werden Geflohene durch die ‚Australia settlement services for refugees and…
5–7 Minuten -

Gegen den Strich: Das Prostituiertenschutzgesetz tritt in Kraft
Das umstrittene Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG), das bereits im letzten Jahr vom Gesetzgeber beschlossen wurde, ist am 01.07.17 in Kraft getreten. Der Name ist vielversprechend: ein Gesetz, das eine marginalisierte und stigmatisierte soziale Gruppe unter rechtlichen Schutz stellt, klingt wie eine gute Sache. Ist es aber nicht. Das jedenfalls sagen diejenigen, die geschützt werden sollen. So ist beispielsweise eine Verfassungsklage von mehr als 20 Sexarbeiter_innen (und zwei Freiern) in Vorbereitung, die vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen unterstützt wird. Aber auch der Deutsche Juristinnenbund, die Deutsche Aidshilfe sowie zahlreiche Gesundheitsämter und Fachberatungsstellen der Sozialen Arbeit äußern sich kritisch. Worum geht es? Das…
3–4 Minuten -

Sukzessive Methodenentwicklung statt Sauen durchs Dorf treiben!
Die Rhetorik darüber, dass Arbeitsweisen der Sozialen Arbeit verbrannt sind, ist letztlich ein Element der Deprofessionalisierung der Praxis Sozialer Arbeit. Sie verhindert, dass die Praxisprobleme – die in jedem Ansatz der Sozialen Arbeit zu finden sind – systematisch in den Blick genommen werden und ein kontinuierlicher Prozess der Methodenentwicklung betrieben wird. Die Fachgruppe Case Management in der Sozialen Arbeit (DGCC/ DGSA) hat sich zum Ziel gesetzt, dass Case Management klarer in sozialarbeitswissenschaftlichen Theorien und Theoriediskursen einzubetten. Darüber hinaus sehen wir uns als ein Ort, an dem die Praxis und Praxisprobleme des Verfahrens diskutiert werden können, mögliche fachliche Entwicklungen ihren Raum…
3–4 Minuten -

Eine Jahrestagung – drei Premieren
Die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin am 28. und 29. April 2017 war wohl in vielerlei Hinsicht besonders. Beginnend mit den Keynotes von Prof. Dr. Jim Ife und Prof. Dr. Nivedita Prasad über die insgesamt 40 Panels bis hin zum Gespräch zwischen Prof. Dr. Sabine Stövesand mit Prof. Dr. Silvia Staub-Bernasconi bot das Programm den Tagungsteilnehmer_innen verschiedenartige Zugänge zum Thema Menschenrechte und setzte unterschiedliche Akzente, die nun weiter gedacht und diskutiert werden können. Darüber hinaus zeichnete sich die diesjährige Tagung durch drei Premieren aus, die ich in diesem Tagungsbericht hervorheben möchte. Premiere 1:…
2–3 Minuten -

Bundesteilhabegesetz und Reform der Eingliederungshilfe – menschenrechtliche Implikationen und zukünftige Aufgaben für die Soziale Arbeit
Die Menschenrechte gelten für alle Menschen. Ist das, wie Jeremy Bentham (1748-1832) angesichts der französischen Menschenrechtsdeklaration schimpfte, nichts weiter als „Brüllen auf Papier“? Wissen wir doch zu gut, dass die Menschenrechte zu keiner Zeit, an keinem Ort der Welt vollständig gewahrt werden und damit die Würde der von Menschrechtsverletzungen betroffenen Menschen stets nicht geachtet wird. Deshalb könnte man sich auch fragen, warum es neben der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte noch weitere Spezialkonventionen geben muss, etwa die für Geflüchtete (1951), für Frauen (1979), für Kinder (1989) oder für Menschen mit Beeinträchtigungen. Insbesondere für vulnerable Gruppen – für Kinder, Frauen und für…
5–7 Minuten -

Für eine fachlich begründete unabhängige Arbeit im Bereich Asylsozialberatung in Bayern
Am 6.3.2017 hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration den von ihr geförderten Einrichtungen der Sozialen Arbeit im Bereich der Asylsozialarbeit ein Schreiben gesendet, in dem diese aufgefordert werden, Flüchtlinge bei den Beratungen nicht auf Möglichkeiten hinzuweisen, wie sie sich gegen mögliche Abschiebungen juristisch zur Wehr setzen können. Diese Aufforderung war zwar begründet mit dem Verweis auf das Gesetz über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen, enthielt aber die unverhohlene Drohung, dass die Einrichtungen der Asylsozialberatung die finanzielle Förderung verlieren, wenn sie weiterhin in dieser Art und Weise beraten würden. Ausführlich werden in dem Schreiben die Fördergrundsätze (https://www.verkuendung-bayern.de/files/allmbl/2016/05/allmbl-2016-05.pdf, ab S.…
1–2 Minuten -

Über das Dilemma mit den Menschenrechten
Das aktuelle Weltgeschehen stimmt mich traurig und missmutig. Wenn ich Radio höre oder die Tagesschau sehe, wahrnehme, wie überall auf der Welt Menschenrechte missachtet werden, die Ungerechtigkeit regiert, fühle ich mich aufgefordert und hilflos zugleich. Mir scheint es, als stecke ich fest in einer Art Absurdität, wie sie Albert Camus in „Der Mythos des Sisyphos“ von 1942 beschreibt. Ich erkenne ein Dilemma im Zusammenhang mit den Menschenrechten. Es ist hochgradig sinnwidrig, dass 193 Staaten dieser Welt die Menschenrechtscharta unterzeichneten, nun aber ein Land wie die USA mit dem angestrebten Einreisestopp für Muslime gegen den so wichtigen Artikel 2 zum Verbot…
3–4 Minuten -

Michaela Köttig: Promotionsrecht für HAW in Hessen – und was kommt dann?
Seit vielen Jahren kämpfen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in ganz Deutschland für das eigenständige Promotionsrecht. Neben kooperativen Promotionsformen zwischen HAW und Universitäten, bei denen der bzw. die universitäre Kolleg_in formal das Erstgutachten übernimmt und die Universität auch den Doktorgrad verleiht, haben einige Landesregierungen die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen um HAW die Verleihung von Doktorgraden zu ermöglichen und in Hessen wurde bundesweit erstmalig im Oktober letzten Jahres dem Promotionszentrum ‚Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Globalisierung, Europäische Integration und Interkulturalität’ der HAW Fulda das Recht zugesprochen eigenständig Doktorgrade zu verleihen. Später dann einem weiteren Verbundzentrum der Hochschulen Rhein-Main, Frankfurt und Fulda. Das Promotionsrecht…
4–7 Minuten -

Sozialarbeit im Kontext von Migration und Flucht
Sozialarbeitende leisten im Kontext von Migration und Flucht sehr viel und sehr wertvolle Arbeit. Sie können aber auch – wie in allen anderen Feldern – paternalistisch und rassistisch handeln und tragen damit (nicht intendiert) zur Infantilisierung der Adressat_innen und/oder zur Verletzung ihrer Menschenrechte bei. Gerade im Kontext Sozialer Arbeit mit Geflüchteten – wo sehr wenig effektive Schutzmechanismen für Adressat_innen fest verankert sind – entsteht der Eindruck, dass dies eine Erfahrung ist, die häufig gemacht wird. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Chemnitz am 13.12.2016 äußerten Vertreterinnen von Jugendliche ohne Grenzen (http://jogspace.net/) und Asylum Seekers Movement (https://www.facebook.com/AsylumSeekersMovement/) eine Skepsis gegenüber Sozialarbeitenden auf…
1–2 Minuten -

Anrims Hoffnungen und die traurige Realität in Deutschland – Unbegleitete, minderjährige Geflüchtete und ihr Bedarf an psychosozialer Unterstützung
Die 16jährige Anrim trägt die Hoffnung ihrer Familie in sich. Nachdem die kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrem Heimatland lebensbedrohliche Ausmaße angenommen hatten, wurde das Mädchen von den Eltern mit einer kleinen Gruppe weiterer Minderjähriger auf die Reise geschickt. Diese Reise von ihrem 3000 km entfernten Zuhause nach Deutschland wird Anrim nie vergessen. Sie musste vieles aushalten: beschwerliche Wege, die Gefahr der Zurückweisung, Ausnutzung und Gewalt. Nach einer Vergewaltigung wünschte sie sich, sie hätte sich niemals auf diese Reise gemacht. Zuhause aber, das weiß sie, hoffen alle darauf, dass sie in Europa ihren Platz findet, eine Perspektive bekommt und die Familie zuhause…
2–3 Minuten -

Die Letzten werden die Ersten sein.
Die Automatisierung von Berufen aufgrund des Siegeszugs einer immer tiefgreifenderen Digitalisierung ist in aller Munde und ist der neue Megatrend in der Arbeitswelt. Einige vergleichen diese Entwicklung mit ihren Auswirkungen schon mit den Folgen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Und zweifellos ist diese Diskussion wirklich voll entbrannt: da geht es um selbstfahrende Autos, Taxis und Züge, die den individuellen und kollektiven Nah- und Fernverkehr revolutionieren und ganz nebenbei die Fahrer_innen überflüssig machen. Da geht es um Drohnen, die Pakete und Post zustellen und die Logistikbranche umkrempeln und da geht es um kontaktloses Bezahlen ohne Kassierer_innen im Supermarkt oder am Besten…
1–2 Minuten
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